Frühlingsgrün lässt auf sich warten

Sonntag, 15. April 2012 10:41

Nachdem im März die Natur recht zügig Fortschritte gemacht hat, die Hasel und auch der Huflattich ziemlich zeitig in Blüte standen, ist nun aufgrund der kühleren Witterungsphase etwas Sand in Getriebe. Außer der Traubenkirsche (hier im Bild) zeigt sich im Gebirge noch keine Baumart bisher mit Blättern. Auch lässt der Löwenzahn und die Schlehenblüte sowie der grüngelb blühende Spitzahorn auf sich warten. Die Austriebe bei einigen Baumarten sind zwar mittlerweile schon vorhanden, die Blattentfaltung steht aber erst noch bevor. Lange wird es jedoch nun nicht mehr dauern, dass zumindest Birke und Eberesche ihre Blätter zeigen. In rascher Folge ziehen dann die nächsten Baumarten nach und wenn dann als letztes Buche und Eiche grün werden, ja dann beginnt der Vollfrühling.

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Galaktische Nebel

Sonntag, 9. Oktober 2011 23:01

Am 1.Oktober war es wieder einmal so weit: eine wundervolle sternenklare Nacht bahnte sich an. Also nichts wie los. Die entsprechende Ausrüstung zusammengepackt, mit ein paar Tricks diese reichlich 10 kg  auf meinem Fahrrad verstaut (das schwere Stativ an die Fahrradstange gebunden) und auf ging es Richtung Waldrand und offenes Feld.

Als Beobachtungsobjekte sollten vor allem jene dienen, die bald nicht mehr sichtbar sind, da sie in Kürze bei Einbruch der Dunkelheit bereits unter dem Horizont sind. Das wären insbesondere der Lagunennebel  und der Trifidnebel im Schützen. Auch Omeganebel und Adlernebel – wenn auch nicht ganz so kritisch – sind nun kurz vor dem Verschwinden, da der Schütze doch eigentlich ein reines Sommersternbild ist.

Weil der Helixnebel (auch so ein Kandidat, der kaum weit genug über den Horizont kommt) gerade auf seinen Weg vom Osten in den Süden Richtung Kulminationspunkt war, galt auch ihm ein Foto. Allerdings befand er sich etwas  im Lichtdunst einer Ortschaft und daher nicht allzu gute Bedingungen für diese lichtschwache Objekt.

Und zu guter Letzt noch DAS Paradeobjekt unseres nächtlichen Himmels überhaupt, der Andromedanebel! Ist zwar eine Galaxie und kein Nebel – aber egal. Da unsere Nachbargalaxie gerade so schön hoch am Himmel stand, galt natürlich auch ihr ein Bild. Einfach nur um zu sehen, was man mit einer normalen Spiegelreflexkamera und dem Teleobjektiv alles an Details rausholen kann.

Aber seht selbst, hier sind die Fotos.

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Gewitter fotografieren

Sonntag, 18. September 2011 22:44

Das Einfangen der Blitze eines Gewitters ist gar nicht so kompliziert, wie man es sich vielleicht vorstellt. Was natürlich nicht funktioniert ist: “Warten auf den Blitz und dann schnell abdrücken” ;-) Also ein paar grundlegende Dinge sind dabei schon zu beachten. Das Wichtigste, was man neben der erforderlichen Grundausrüstung braucht, ist bissel Geduld und auch etwas Glück.

Vorbereitungen / Standort

  • bei einem anstehenden Gewitter auf Wetterbericht, Regenradar und Blitzortungssysteme im Internet zurückgreifen, um zeitnah zu verfolgen, wo die angesagten Gewitter sich entwickeln und langziehen
  • Freie Sicht in Richtung des erwarteten Gewitters, Standpunkt so wählen, dass man möglichst auch etwas vom Vordergrund bzw. der Landschaft einfängt
  • da Gewitter in der Regel auch mit ordentlich Regen und Wind verbunden sind, benötigt man einen entprechenden Witterungsschutz, z.B. Kofferraum eines Kombis (die hochgeklappte Heckklappe bietet zwar zusätzlichen Regenschutz, nass wird man aber innen trotzdem!), ein überdachter Balkon, der Eingangsbereich einer Schutzhütte o.ä.
  • ein weiches Tuch bereithalten, um hin und wieder evtl. Regenspritzer auf dem Objektiv abwischen zu können
  • ACHTUNG: Standort so wählen, dass man nicht selber der exponierteste Punkt in der Landschaft ist und die Blitze auf sich lenkt!!
  • Gewitter sollten in den Abendstunden oder noch besser in der Nacht fotografiert werden. Am hellichten Tag Blitze einzufangen ist viel, viel schwieriger

Benötigte Technik / Ausrüstung

  • eine Kamera mit manuellen Einstellmöglichen, eine Spiegelreflex-Kamera ist hier sehr von Vorteil
  • Stativ
  • Normal- oder Weitwinkelobjektiv (möglichst mit Gegenlichtblende als zusätzlichen Schutz vor Regenspritzer)
  • Fernauslöser empfohlen

Vorgehensweise / Einstellungen

  • entsprechende Brennweite wählen, Brennweiten von 15..40 mm sind gut geeignet, da man damit einen verhältnismäßig großen Himmelsabschnitt abdecken kann
  • Belichtungsautomatik abschalten und manuell in etwa folgende Werte einstellen: ISO 100, Blende 16, Belichtungszeit 30s oder BULB
  • Kamera auf einen weit entfernten, gut ausgeleuchteten Punkt richten (z.B. Straßenlampen, Häuser), so kann die automatische Fokusierung auch bei Dunkelheit genutzt werden
  • nach Scharfstellvorgang durch die Automatik auf manuellen Fokus umschalten, damit die Kamera den eingestellten Fokus behält (beim eigentlichen Fotografieren des Blitzes würde die Automatik sonst sinnlos hin- und herfahren und keinen Fokus in der Dunkelheit finden)
  • Kamera in Richtung der erwarteten Blitze ausrichten, evtl. auch etwas Vordergrund mit einbeziehen
  • Wenn dann die ersten Blitze eintreffen, Kamera (möglichst mit Fernauslöser, geht aber auch ohne) auslösen und warten, ob in der gewünschten Richtung ein oder meherer Blitze auftauchen. Man braucht dazu in der Regel bissel Geduld und mehrere bis viele Versuche, bis man auch wirklich dann einen Blitz erwischt

Je nach Umgebungshelligkeit darf man die Belichtungszeit nicht zu lange wählen, damit die Fotos aufgrund der Umgebungshelligkeit nicht überbelichtet werden. Bei Dämmerung und in der Nacht sind Werte zwischen 10s und 60s ganz brauchbar. Muss man an Ort und Stelle einfach ausprobieren. Am besten man fängt mit 30s an und schaut dann, ob das Bild ohne Gewitterblitz noch ausreichend dunkel ist. Wenn nicht, dann hilft nur entweder weiter abblenden oder aber die Belichtungszeit reduzieren. Je mehr man die Belichtungszeit reduziert, umso geringer ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass man dann auch tatsächlich einen Blitz erwischt.

Auch hier gilt, wie bei vielen Dingen: “Probieren geht über Studieren!”

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